Storytime,  Über mich

Wie alles begann

Hi. Schön, dass du es zu meinem ersten Blogartikel geschafft hast. Bist du von der „über mich Seite“ hierher gelockt worden? Oder hat dich der Titel angesprochen und du wolltest unbedingt wissen, wie die olle, verrückte, Blonde eigentlich dazu kam einen Blog über ihre Sexgeschichten und Tipps rund um dieses Thema zu schreiben?

Was auch immer dich dazu bewegt hat. Welcome. Please fasten your seatbelts, legen Sie das BDSM-Geschirr an, denn jetzt geht es los .

Alles begann mit einer Instagram Story und einem Youtube Video

Ich sah mir gerade eine Instagram Story von einer Autorin an. Sie hielt dabei amüsiert Bilder von sich in die Kamera, die sie leicht bekleidet zeigten. Sie erzählte davon, dass sie mit ca. 17 Jahren für ihren Freund Fotos geschossen hätte. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin hatte sie sich in Unterwäsche geworfen, einen sexy Blick aufgesetzt und sich dabei auf dem Jugendsofa geräkelt. Sie war froh, dass sie diese Fotos gemacht hatte. Zu einem Zeitpunkt, wo sie noch jung und knackig war. Und dann machte es plötzlich „plopp“. In mir ratterte es. Sollte ich auch solche Fotos von mir machen? Für meinen Freund und zukünftigen Ehemann? Vielleicht ein Fotoalbum? Da ich nicht die Art von Person bin, die gerne herumschnackt, bestellte ich mir zwanzig Minuten später ein paar heiße Teile im Internet und ein Stativ für mein Handy. Einige Tage später kam das Equipment an, ich zog die heißen Teile an und räkelte mich in lasziver Pose auf dem Wohnzimmerboden. Funktionierte gut. Die ersten Fotos waren geschossen. Ich war glücklich und fühlte mich so gut wie noch nie. Doch je mehr Fotos ich machte, desto mehr reflektierte ich auch mein aktuelles Leben. Die sexuellen Erfahrungen meines Zukünftigen kamen mir in den Sinn. Die Erfahrungen, die er machen konnte, die mir nun für immer verwehrt bleiben sollten.

Ich stellte mir die Frage: Will ich wirklich mein ganzes Leben mit nur einem Mann verbringen? Nie Erfahrungen sammeln, die mein Mann gemacht hatte? Nie mit anderen schlafen. Nie seinen Horizont erweitern? Ich bekam Panik. Denn genau das, war ich im Begriff zu tun.

Ich weiß, du denkst dir jetzt: „Na, das ist ja alles schon sehr überspitzt. Wenn der Richtige kommt, dann denkt man doch nicht an so was“. Aber bei mir war es so. Ich bekam kalte Füße. Ich bekam etwas Angst vor dem nächsten Schritt. Ich legte das Handy und alle anderen Dinge zur Seite, verstaute sie und sah mir die Fotos zwei Wochen lang nicht an. Dann stieß ich auf ein Video auf Youtube. Es ging um das Thema sexuelle Freiheit. Und ich dachte mir erneut: Toll. Ich hatte einen wahnsinnig talentierten Mann, was Sex betraf. Aber was er mir nicht geben konnte, waren diese sexuellen Erfahrungen mit Männern. Was er nicht machen konnte, war die Beantwortung der Frage: „Ist es mit anderen wirklich besser?“. Ich war zu dieser Zeit unsicher. Ich hatte – zugegeben – die ein oder andere schlaflose Nacht, weil mir das Ganze nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte. Einige Wochen später, beschloss ich dem Rad in meinem Kopf ein Ende zu bereiten. Eines Sonntagvormittags, setze ich mich mit meinem Mann zusammen und redete mit ihm über das, was mir durch den Kopf ging. Darüber, dass ich Angst hatte, dass ich im Leben etwas verpassen könnte. Darüber, dass ich nie die Gelegenheit hatte,  mich so auszuleben, wie er es zwischen 15 und 19 gemacht hatte. Ich erzählte ihm davon, dass ich mich benachteiligt fühle, weil mir in meiner Jugend zwar der wunderbarste Mann der Welt geschenkt wurde, aber ich nie wie die Singleladies da draußen mein Alleinsein ausnutzen konnte. Ich hatte die Chance, alleine mit meinen Freundinnen auf Parties zu gehen. Hatte die nie Chance, von jemanden abgeschleppt zu werden und am nächsten Tag, den Walk of Shame zu gehen.

Er verstand natürlich meine Bedenken und meine Gedanken. Im selben Moment kam dann aber erstmal die Schockstarre bei ihm. 

Natürlich. Man – inklusive mir – kann es ihm nicht verübeln. Da ist man in einer glücklichen Langzeitbeziehung und von heute auf morgen, will die Verlobte mit anderen Männern herumbumsen. Da rutscht einem dann fast das Herz in die Hosen. Mehrere Stunden später und ein wenig Tränen meinerseits, beschlossen wir, das ganze einmal auf Probe zu machen. Für ein Monat. Wenn es uns nicht gefiel, dann könnten wir das ja wieder beenden. Wir würden also mit anderen schlafen. Tja, was soll ich sagen. Viel Zeit später, haben wir es noch immer nicht beendet Und ich sage dir, dieses eine Monat habe ich ausgenutzt. Und noch viele weitere. Und wie. Ich habe Erfahrungen gemacht, bei denen andere nicht mal wissen, was die Sexpraktik bedeutet. Ich habe Dinge getan, die man niemals laut aussprechen sollte. Ich habe es genossen, bei anderen zu sein. Sich in einer Bar zu treffen. Ein paar Drinks spendieren zu lassen und dann in einer Wohnung zu verschwinden. Ich habe es genossen, in Erotikhotels zu gehen. Ich habe es genossen, auf Fußböden zu knien.

Was ich heute darüber denke, fragst du dich jetzt? Ob ich es nochmals wieder so machen würde? Die Antwort ist, ja. Die Zeit als Fast-Single-Lady habe ich genossen. Ich habe es gebraucht. Das waren die Erfahrungen, nach denen ich so lange Zeit gelechzt hatte. Die Zeit war spannend. Aufregend. Erregend. Aber sie war vor allem auch eines: Erdend. Ich habe in dieser Zeit mit vielen Single Typen geschlafen. Es war toll. Aber noch toller, war nach all diesen Treffen, die Gewissheit zu haben, dass da, egal was passiert, immer ein fürsorglicher Mann neben mir im Bett schlafen wird. Der mich auffängt, wenn ich weine und falle. Der mich liebt, egal was passiert. Der es mir besorgen kann, so wie es mir passt. Die Typen waren gut. Aber allesamt nicht wirklich beziehungsfähig. Dank dieser Zeit, weiß ich jetzt ganz genau, dass Single sein nicht so toll ist – für mich. Und aus diesem Grund hat mich diese Zeit auch geerdet.

Warum ich immer war schreibe? Weil wir mittlerweile unser Modell von egoistischem, Alleinherumgebumse umgestellt haben auf Paartreffen. Es ist zumindest für uns die bessere Variante. Jeder weiß, wann was passiert. Wir machen gemeinsam etwas. Haben gemeinsame Erinnerungen für später. Und das gefällt uns einfach gut, so wie es ist. Wir finden es beide witzig, zu wissen, dass wir irgendwann mit (hoffentlich) 80 Jahren im Rollstuhl sitzen, um sagen zu können: „Weißt du noch, wie wir gemeinsam die Brünette und den großen Lulatsch gebumst haben und danach das Bett zusammengekracht ist?“. Und wir finden es gut, dass unsere Ehe nie daran scheitern kann, dass sexuelle Vorlieben nicht ausgelebt werden konnten.

Da aber nicht nur die Geschichten über unsere Paartreffen amüsant sind, sondern vor allem meine Single-Treffen, möchte ich dir jene in diesem Blog weitergeben. Ich will, dass du gemeinsam teilnimmst, an den skurrilsten Abenden in meinem Leben und vielleicht auch dazulernst, wie man es besser machen kann.

Jetzt weißt du, wie alles angefangen hat. Wie es weiter gegangen ist, erfährst du demnächst.

 

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